Kaninchen, Meerschweinchen, Ratten, Mäuse, Hamster, Gerbil und Chinchilla erfreuen sich immer größerer Beliebtheit, weil Anschaffung und Haltung als einfach angesehen werden. Trotzdem soll man sich über diese Wohnungsgenossen gut informieren, weil schon dadurch viele Probleme vermieden werden können.
Alle Tiere (außer Hamster) sind Gruppentiere und dürfen daher nicht alleine gehalten werden (im Tierschutzgesetz verankert). Die Haltung von Kaninchen und Meerschweinchen zusammen in einem Käfig wird ebenfalls als nicht artgerecht angesehen, weil diese Tiere nicht „dieselbe Sprache“ sprechen.
Täglicher Auslauf, frisches Futter und Wasser, sowie regelmäßiger Kontakt mit den Tieren ist wichtig. Bei Kaninchen und Meerschweinchen führt falsche Fütterung häufig zu Verdauungsstörungen und Leberverfettung. Zu viele Körner oder „Leckerlis“ überfordern den Magen-Darmtrakt, der für eine sehr karge Ernährung (viel Heu, Grünfutter, im Herbst ein paar Körner) ausgerichtet ist. Zu viel des Guten ist schädlich für unsere Hausgenossen (wie für uns Menschen auch).
Man achte darauf, dass die Luft in der Wohnung nicht zu trocken und zu warm ist. Schlimmer noch als zu trockene Luft ist aber der ständige Wechsel von feucht - trocken und warm – kalt. Es bedeutet für die Schleimhäute Stress, wenn z.B. die Tiere am Nachmittag in den Garten dürfen und am Abend wieder in die geheizte (oder sonst zu warme) Wohnung kommen. Nicht umsonst häufen sich Atemwegserkrankungen - „Schnupfen“ - besonders im Herbst (Beginn der Heizperiode) und im Frühjahr (Tiere dürfen wieder stundenweise ins Freie). Freigang kann auch allgemein Stress für die Tiere bedeuten: setzt man gerade die sehr revierbezogenen Kaninchen plötzlich ins Freie, d.h. in ein unbekanntes, fremdes Revier, dann fühlen sie sich unsicher, ungeschützt, verängstigt. Sie haben Stress.
Die Nasenschleimhaut reagiert besonders empfindlich auf reizende Gase: der Käfig muss regelmäßig gereinigt werden, weil abgestandener Urin scharf riecht. Man bedenke, dass diese kleinen Tiere die Nase nur wenige Zentimeter über dem Boden tragen!
Es ist schwierig, beim Heimtier Schmerzen festzustellen. Deswegen muss ein besonderes Augenmerk auf das Fressverhalten gelegt werden: verminderter Appetit gilt immer als Alarmzeichen und muss rasch tierärztlich abgeklärt werden.
